Kurzfassung: Vier Bauvorhaben wurden verhandelt – eines davon nach jahrelangem Streit teilweise doch genehmigt. Eine neue Straße erinnert an einen Helfer der Todesmärsche von 1945. Und der neue Gemeinderat sortiert sich noch bei Ausschüssen und Ehrenämtern.
Vier Bauanträge
- Seeshaupter Straße 25 (Außenbereich, ehemaliges Landwirtschaftsgebäude): Die Erweiterung um zwei Wohneinheiten im Bestand wurde genehmigt (20:0). Ein weitergehender Teilabbruch/Neubau bzw. eine Aufstockung auf insgesamt vier Wohneinheiten wurde dagegen abgelehnt (jeweils 20:0) – mangels Gutachten zu Bausubstanzmängeln bzw. wegen Überschreitung der gesetzlich zulässigen Wohnungszahl im Außenbereich.
- Aufkirchner Straße 14/16 (Reihenhaus + 2 Mehrfamilienhäuser, 32 Wohneinheiten): Alle abgefragten Punkte wurden einstimmig genehmigt (durchgehend 20:0) – sowohl die schlichtere Variante als auch die höhere Variante mit Dacheinschnitten und Gauben.
- Sonnleitenweg 2, Kempfenhausen (Neubau einer Villa mit Gästehaus im Bebauungsplangebiet): Einvernehmen einstimmig verweigert (20:0). Zu viele Abweichungen vom Bebauungsplan: überschrittene Grundfläche und Wandhöhe (durch Dachaustritte bis zu 12,20 m statt der vorgesehenen Werte), falsche Dachform am Turm, zu hohe Aufschüttungen, ein zu fällender geschützter Baum und falsches Fassadenmaterial.
- Marienplatz 2, Aufkirchen (das seit Langem strittige Vorhaben Schank- und Speisewirtschaft): Nachdem der Gemeinderat im Januar 2026 das Einvernehmen zu allen Varianten vollständig verweigert hatte, wollte das Landratsamt Starnberg dieses nun im Wege der Ersetzung erteilen. In der erneuten Abstimmung erteilte der Gemeinderat diesmal selbst Einvernehmen zu den Fragen 1 und 2 der Variante 1 (jeweils 17:3) – der Variante, die dem baulichen Bestand entspricht. Bewegung nach Jahren des Stillstands, wenn auch nicht die vom Antragsteller ursprünglich gewünschte größere Lösung.
Neue Straße erinnert an einen Helfer der Todesmärsche 1945
Die bisher als „Milanweg“ vorgesehene neue Erschließungsstraße im Gewerbegebiet Höhenrain West heißt künftig „Pater-Franz-Kreis-Straße“. Hintergrund: Im April 1945 trieben Wachmannschaften Häftlinge des KZ Dachau auf Todesmärschen durch Berg, Aufkirchen und Höhenrain Richtung Wolfratshausen. Pater Franz Kreis soll sich der regionalen Überlieferung nach im Bereich Rottmannshöhe/Höhenrain für geschwächte Häftlinge eingesetzt haben (Versorgung mit Essen und Kleidung). Eine vollständige wissenschaftliche Biografie zu ihm liegt nicht vor – die Überlieferung stützt sich auf regionale Quellen. Der Beschluss fiel mit 11:9 Stimmen, es gab also durchaus Diskussionsbedarf im Gremium. Frau Fuchsenberger regte an, eine Erklärungstafel anzubringen und die Presse einzuladen.
Jugendbeauftragung: von der Doppelspitze zur Einzellösung
Vorgeschlagen waren zwei Kandidaturen: Ludwig Demmler (CSU) und Verena Machnik (Grüne). Ein Antrag, das Amt als Doppelspitze zu besetzen, scheiterte (6:14). Daraufhin zog Frau Machnik ihre Kandidatur zurück; Ludwig Demmler wurde einstimmig (20:0) zum Jugendbeauftragten bestellt.
Satzung, Geschäftsordnung, Ausschüsse: noch in der Findungsphase
Diese Punkte wurden nur beraten, noch nicht beschlossen – die endgültigen Regelwerke und die Ausschussbesetzung mit Namen folgten erst am 16.06.2026 (siehe frühere Beiträge). Schon klar wurde: Der bisherige Ausschuss für nachhaltige Gemeindeentwicklung wird nicht fortgeführt, ein eigener Bauausschuss wurde nach Stimmungsbild abgelehnt, stattdessen kommt ein vorberatender Haupt- und Finanzausschuss – auf Wunsch vergrößert von 6 auf 8 Mitglieder plus Vorsitz. Auch die Möglichkeit hybrider (Video-)Sitzungen fand hier ihren Ursprung: einstimmiges Stimmungsbild dafür, zunächst begrenzt auf 4 Teilnehmer.
Ergänzend, mittlerweile öffentlich bekannt
Zwei Themen wurden in dieser Sitzung nichtöffentlich entschieden und erst in der Folgesitzung (16.06.2026) offiziell bekanntgegeben: die Beauftragung einer Förderantragstellung und Ausschreibung für die Dammsanierung am Schwarzweiher in Allmannshausen (20:0) sowie der Beschluss zur endgültigen Asphaltierung des Primelwegs (18:2).
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